Sommer 2026
Seit 24 Tagen bin ich aus Italien zurück.
Und irgendwie passiert gerade ziemlich viel. Im Außen und im Innen.
Manchmal falle ich wieder in alte Gedankenmuster zurück.
Was denken die Menschen über mich?
Das ist doch voll peinlich.
Am Ende werde ich alleine sein, weil mich jeder unnormal und komisch findet.
Ja. Genau so nämlich nicht.
Gott sei Dank kenne ich diese Gedankenschleifen mittlerweile ziemlich gut. Ich merke schneller, wenn ich wieder in ihnen festhänge, und kann anfangen, sie umzuschreiben.
Dann wird aus:
Was denken die anderen über mich?
eher:
Ich folge meinem Gefühl. Ich habe mich noch nie so lebendig gefühlt. Und die für mich richtigen Menschen werden kommen und so lange bleiben, wie es eben passend ist.
Basta.

Ich habe mir heute gedacht, was ich aus dem Sommer 2026 alles mitnehme.
Da gibt es einiges.
Aber die für mich wichtigsten fünf Dinge hier:
1. Berge und See NIEMALS vernachlässigen. Es gibt Orte an denen mein Kopf einfach freier wird.

2. Freundschaften verändern sich. Manchmal, weil etwas passiert ist. Aber manchmal auch einfach, weil Menschen unterschiedliche Wege einschlagen. Das fühlt sich für mich manchmal ein bisschen wie Liebeskummer an. Dieses:
Wie kann es sein, dass wir uns einmal so nah waren und uns jetzt irgendwie so fremd geworden sind?
Und trotzdem war die gemeinsame Zeit wunderschön. Vielleicht verändert sich die Freundschaft irgendwann wieder und nicht jede Verbindung muss für immer gleich bleiben, damit sie wertvoll gewesen ist.

3. Kontrolle >< Vertrauen: ich bin ein kleiner Kontrollfreak. Auch, wenn ich im Außen, wie ein kleines Chaos wirken kann. In meinem Kopf kontrolliere ich alles lieber zwanzigfach. Das ist ziemlich anstrengend. Also versuche ich bewusst ins Vertrauen zu gehen.
Wenn wir ehrlich sind, können wir nämlich so gut wie nichts kontrollieren.
Also: Loslassen. Es kommt schon gut für einen. Alles was vielleicht erstmal Angst macht, ist im Nachhinein meistens etwas ziemlich Gutes. Ich wollte meine Kreativität zum Beispiel immer kontrollieren.
Warum fließt gerade nichts?
Das muss doch klappen.
Bin ich doch nicht kreativ?
Sobald ich darauf vertraue, dass gerade nicht der Richtige Zeitpunkt ist, kommt es wieder ganz von alleine.

4. Angst >< Mut: auch eines meiner Lieblingsthemen. Die Angst meint es nämlich gar nicht so schlecht mit uns.
Vielleicht ist sie nicht immer nur ein Stoppschild, sondern eher ein kleiner Wegweiser. Sie zeigt uns, wo unsere Komfortzone endet.
Und vielleicht sogar, wo etwas beginnt, von dem wir still und heimlich schon lange träumen. Ich hatte schon länger das Bedürfnis, etwas Präsentes in Kombination mit meine aktuellen Arbeit zu machen. Ich hatte kleine Ideen. Aber gleichzeitig diesen Gedanken:
Das wird ja sowieso nie etwas, ich kann sowas gar nicht, hab viel zu viel Angst davor.
Und dann wurde ich tatsächlich gefragt, ob ich einen Schreibworkshop geben möchte. Und OMG. Ich kann bis heute fast nicht glauben, dass das wirklich passiert. Ich freue mich jetzt schon riesig. Weitere Infos kommen bald. :) Vielleicht ist das genau das, was passiert, wenn wir nicht mehr alles vorher wissen müssen. Wenn wir anfangen, unseren Ideen ein bisschen zu vertrauen.

5. Vertrauen: vielleicht ist das überhaupt die Basis von allem: Vertrauen in dich. Vertrauen in dein Leben. Vertrauen darauf, dass nicht alles sofort einen Sinn ergeben muss. Dass du nicht jeden nächsten Schritt kennen musst. Dass du manchmal auch einfach losgehen darfst und dann schauen kannst, was passiert.
Ansonsten hatte ich wohl den bisher schönsten und intensivsten Sommer meines Lebens.
- Freunde, die weiter weg wohnen besucht
- meine ersten Einkünfte durch die Kreativität bekommen (das glaube ich bis heute noch nicht, dass das wirklich wahr ist?)
- viele tolle Gespräche, über gefühlt alles
- Menschen um mich, bei denen ich mich wohl fühle
- ich durfte spüren, wie leicht das Leben ist, wenn man sich nicht mehr ständig anpasst
- bin jetzt sowas von bereit für die kuschelige Zeit
- Danke Sommer 2026 für so viele schöne Momente, in denen ich mich so lebendig gefühlt habe wie noch nie! <3
Also, was nimmst du für schöne Momente und Erinnerungen aus den Sommermonaten mit?

es herbstlt
Die Luft wird kühler und ist so viel frischer als im Sommer.
Der türkisblaue See und die roten, orangen und braunen Blätter, all das macht die Natur einfach so.
Es gibt wenig, das mich mehr begeistern kann, als das, was die Erde alles kann.
Ohne sich nur irgendwie anzustrengen.
Da macht Jeder einfach seine Aufgabe.
Der See ist See.
Der Apfel ist Apfel.
Wie schön ist das eigentlich?

Apropos Apfel.
Oma hat so viele gute Äpfel dieses Jahr und kommt mit der Strudel- und Apfelkuchenproduktion mit Streusel fast nicht mehr hinterher.
Ich wünsche jedem so eine Oma, wie ich sie hab.
Diese Fragen nehme ich mir in die nächsten Wochen mit:
- Nehme ich mich in den Phasen, wo ich mich am Liebsten vor mir selbst verstecken würde, an?
- Was bleibt übrig, wenn ich alles Äußere wegnehme?
- Wer bin ich, wenn ich mich nicht mehr beweisen muss?
- Was macht mich wertvoll ohne Leistung?
Wenn du dich radikal selbst akzeptierst, mit all deinen Stärken, Schwächen, Ängsten, Fehlern und schmerzhaften Gefühlen, kämpfst du endlich nicht mehr gegen deine eigene Realität.
Das heißt nicht, dass man sich zurücklehnt und alles für Gutheißen muss, aber es ermöglicht dir, authentischer zu Leben, keine Masken mehr aufrechterhalten zu müssen, um den Erwartungen anderer oder den eigenen, zu entsprechen.
Solange Energie dafür aufgewandt wird, Anteile der eigenen Persönlichkeit zu leugnen, zu bekämpfen oder zu verstecken, fehlt diese Energie an einer anderen wichtigen Stelle.
Also runter mit den Masken, mach ma uns nackert!! <3
Bis bald,
Maria :-)