das Ende vom Anfang

das Ende vom Anfang

Oktober.
Alles wird ein bisschen langsamer.
Man merkt deutlich, wie die Tage kürzer werden, die Sonne tiefer steht und sich alles auf den Herbst und den darauffolgenden Winter einstellt. 
Der Herbst fühlt sich für mich immer wie ein Ende an. 
Ein Ende eines weiteren Sommers.
Ein Ende einer wilden Zeit.
Ein Ende so vieler Sonnentage.
Und gleichzeitig der Beginn einer Zeit, in der wir prüfen, welche Früchte wir über den Sommer geerntet haben und welche davon uns auch durch den Winter begleiten dürfen.

Also: 
Welche “Früchte” hat dir der Sommer gebracht?
Auf was darfst du jetzt stolz sein?

Ich wurde die letzten Wochen ein bisschen durchgerüttelt. 
Von alten Mustern, Glaubenssätzen und eine Herbstgrippe hat mich erwischt.
Ich habe alles gegeben um all das irgendwie wegzudrücken.
Die Grippe mit Ibuprofen, die alten Gefühle mit Ablehnung und Verdrängung.
Hat beides nicht funktioniert.
Viele Tränen, viele Schmerzen. 
Aber jetzt fühle ich mich wie neu geboren.
Also nicht ganz, aber ich habe eine andere Form von Stabilität erreicht.

Zum Beispiel, wenn es darum geht, Ideen umzusetzen.
Ohne dabei ständig an die nicht ganz so nett gemeinten Rückmeldungen zu denken, die über 1000 Ecken bei mir ankommen.
Das beeinflusst mich nämlich immer wieder.
“Was ist, wenn sie denken, ich bin nicht ganz dicht?”
Also ja, hier bin ich: nicht ganz dicht, aber dafür scheißglücklich meinen Freuden und Ideen folgen zu können.

Prokrastinieren.
Ich bin eine Meisterin des Prokrastinierens. 
Ich habe 1000 Ideen.
Davon 500 gute und 500 schlechte.

Nur leider fehlt es mir manchmal an der Umsetzung. 
Egal, ob die Idee vermeintlich gut oder schlecht ist.

Warum prokrastinieren wir also?
Warum verschieben wir die Dinge, die uns eigentlich so wichtig sind, auf morgen, übermorgen oder nächstes Jahr?

Wir schieben ja nicht nur unsere Träume auf, sondern logisch auch die Dinge, die wir einfach nicht gerne machen.
Weil damit vielleicht unangenehme Gefühle verbunden sind oder weil es einfach eine scheiß Aufgabe ist.

Psychologisch gesehen ergibt das leider Sinn.

Wir haben Angst, eine Aufgabe nicht gut genug zu erledigen, und schützen unser Selbstwertgefühl, indem wir gar nicht erst anfangen.

Unbewusst denken wir:

„Lieber gar nicht anfangen, als schlecht abschneiden.“

Große und unbekannte Aufgaben wirken auf uns oft bedrohlich und unübersichtlich. Der erste Schritt erscheint plötzlich riesig oder ist überhaupt nicht greifbar.

Diese unangenehmen Gefühle möchte unser Gehirn natürlich sofort vermeiden. 

Also suchen wir uns den schnelleren Dopamin-Kick.

Zum Beispiel durch Social Media.

Oder wir entdecken ganz plötzlich, wie viel Spaß es macht, die ganze Wohnung zu putzen, anstatt die Steuererklärung zu machen.

Ich kann mir damit am Besten helfen:

  • Handy auf Flugmodus.
  • Das Ekelhafteste zuerst.
  •  Erst mal nur 5 Minuten daran arbeiten.
  • Gedanken, die gegen das Anfangen sprechen, dürfen da sein. Ich setze sie aber erst mal auf die Auswechselbank.

Vielleicht hilft es dir ja auch.

Es geht mir hier übrigens nicht darum, dich selbst zu optimieren. Sondern um das bewusste Wahrnehmen und Verfolgen deiner eigenen Träume.

Auch, wenn es nur fünf Minuten sind.

So, das war’s.
Schönen prokrastinationslosen Herbst.
Bis bald
Maria <3

Ps. Das könnte trotz langsamer Zeit auch ein Rocktober werden. 

Und das Ende vom Anfang bedeutet für mich:

Das Ende vom Anfang.
Das Ende einer Zeit, in der ich noch dachte, ich müsste erst bereit sein.
Erst meine Zweifel loswerden.
Erst wissen, was andere denken.
Erst sicher sein, dass es funktioniert.
Und vielleicht beginnt genau hier etwas Neues.
Nicht, weil ich keine Angst mehr habe.
Sondern weil ich mich nicht länger von ihr aufhalten lassen möchte.


 

 

Zurück zum Blog

Hinterlasse einen Kommentar

Bitte beachte, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen.